Umrüstung
eines Fahrzeuges auf Pflanzenöl im Ganzjahresbetrieb (MB
100)
Dieses
ist allerdings nur für Leute zu empfehlen, die mit
Autos schrauben können. Andere sollten sich ein Zweitanksystem zulegen (was auch nicht unbedingt
einfacher zu installieren ist). Gemisch mit Dino zu fahren ist dem
Motor nicht gerade zuträglich, da dieser dann verschmutzt, ich
selbst fahre bei Temp unter -10 Grad mit 5 Liter Normalbenzin im Poel
um die Fliessfähigkeit zu verbessern.
Es kann jeder Vorkammerdiesel problemlos umgebaut werden, und hat somit
eine längere Jahresnutzungszeit mit Pflanzenöl bei
annähernd 100%.
Beim MB 100 liegt die Problematik eigentlich im "überreichen"
Platzangebot im Motorraum, da ja die Wege der Schläuche
möglichst kurz gehalten werden sollen um
Wärmeverlusten vorzubeugen. Andere Fahrzeuge (mit
Vorkammerdieselmotoren) sind durch ausreichenden Platz sehr einfacher
und günstig umzubauen.
Wer schon einen Oxy Kat hat, kann laut einer BHKW-Seite sogar mit
verringertem Pommes Geruch rechnen.
Daher
kam ich auf die Idee mit der "Fussbodenheizung" für den
Fahrer, da hier die kürzesten Wege (wenig
Wärmeverluste) zum Motor zu realisieren sind.
Zuerst
wollte ich noch die Schläuche isolieren, aber das hab ich mir
doch verkniffen. Auf den Bildern ist ja zu sehen, aus welchem Grund.
Ich
habe zwar kein Filterthermometer installiert, aber da der Wagen
vernünftig läuft, werden genügend hohe
Temperaturen erreicht.
Der
erste Schritt
Es
empfiehlt sich anscheinend, die Rücklaufschläuche
auf
den Düsen
grundsätzlich zu erneuern (Meterware). Ich habe schon
öfter gehört,
dass diese sich auflösen.
Dies habe ich nun beim Ventile einstellen auch festgestellt. Die
Schläuche waren wie Hartplastik und sehr brüchig.
Natürlich sollten auch
vorsichtshalber die Filter alle 3 bis 5 tsd km gewechselt werden.
Das
Schlauchchaos nach Einbau des Wärmetauschers im Motorraum
Auf den beiden folgenden
Bildern sind die Abzweige zu sehen, womit der
Wärmetauscher parallel zur Heizung angeschlossen ist.
Der
obige Abzweig geht oben zum Heizungsausgang, links zum
Wärmetauscherausgang und unten zum Motorblock. Bei dem unteren
ist unten der Pumpenanschluss, nach vorne raus der Schlauch
zum Wärmetauscher (Eingang) und dahinter der Heizungsanschluss
eingangsseitig.
Ein
Problem im Gegensatz zum PKW ist bei Transportern der geringe Platz
zum Einbau der benötigten technischen Einrichtungen,
was
ich aber durch etwas Kreativität mit sehr gutem Ergebnis
(kurze Wege und möglichst keine Kreuzungen)
gelöst habe.
Die
Vorwärmanlage bei der Installation
Fertig
montiert, und nun schon die ersten 15.000 km gefahren
Durch
die konsequente Nutzung mir bekannter
Einsparmöglichkeiten
konnte ich das Fahrzeug im Poelbetrieb im Verbrauch unter dem
früheren
Dieselverbrauch stabilisieren.
Wärmetauscher mit
Armaflex Isolierung unter dem Fahrzeug,
daher sehr kurze Wege.
Anschlussreihenfolge
vom Kraftstoffsystem
1 Tank -->
2 Vorfilter -->
3 Wärmetauscher -->
4 Hauptfilter -->
5 Elektrische Vorwärmung (Diesel Therm)-->
6 Einspritzpumpe
Bei dieser Reihenfolge gibt es natürlich
Grundsatzdiskussionen, ob die elektr. Vorwärmung vor den
Filter oder die ESP gesetzt werden sollte. Ich habe aber die Erfahrung
gemacht, dass im ersten Falle erst der gesamte Filter mit aufgeheizt
werden muss, was sich für die relativ kurze Beheizungszeit
(des WT) nicht lohnt. Daher hab ich die Vorwärmung direkt ca.
25 cm vor die ESP gesetzt, um hier schon bei noch kaltem Motor
möglichst warmes Pöl zu haben und die
Kaltlaufeigenschaften zu verbessern.
Stückliste und
Bezugsquellen für benötigtes Material
Elektrische
Vorwärmung
Diesel-Therm
ca
100 € (gibt mittlerweile auch günstigere Alternativen)
Schlauch
DN 12 3 m
ca. 10 €
Schlauch DN 8 1,5 m
ca. 10 €
Abzweig für DN 12 2 stk a 10 €
Wärmetauscher z.B. bei Ebay
ansonsten
werden noch benötigt
Anschlusstüllen (gebogen, da wenig Platz unter dem MB100)
Lochband,
diverse Schellen,
Kabelbinder
Das
Fahrzeug hat jetzt seit dem Umbau unter reinem Poelbetrieb
über 50.000 km gelaufen.
Es
läuft absolut zuverlässig.
Bei -20 Grad habe ich früher allerdings bis zu 25% Diesel
zugesetzt, was ich
dieses Jahr durch eine geringere Menge (10%) Benzin
ersetzen werde. Ich plane nun noch die Erneuerung der ESD und Wechsel
der ESP-Dichtringe, um ab und an mal Biodiesel zu fahren. Hierdurch
sollen die Brennräume gereinigt werden, da das Zeug anscheinend
alles mögliche anlöst.
Zusätzlich probiere ich gerade Heizölentlüfter. Dadurch
will ich erreichen, dass die geförderte Kraftstoffmenge aus
dem Tank reduziert und hierdurch die Motortemp. im Winterbetrieb durch
den Wärmetauscher nicht so stark abgesenkt wird als wenn der im
grossen Kreislauf arbeitet.
Aus
dem jetztigen Verbrauch von 10,5 l / 100 km resultiert eine
Ersparnis von:
bei
Fahrzeugkauf, Diesel 11,5 l * 1,08 € = 12,42 € zu
Pflanzenoel
10,5 l * 0,65 € = 6,83 €
d.h.
das auf eine Strecke von 100 km schon 5,59 €
eingespart werden, was bei den derzeitig weiter steigenden
Ölpreisen eher mehr wird.
Davon
abgesehen ist der umweltschonende Aspekt des kurzen CO2
Kreislaufs nicht zu vernachlässigen.
Ökodrive
Power Plus Informationen anfordern
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und
nun, nach erfolgreichem Umbau, viel Spass bei der Fahrt zur
Biotanke
und gutes Poelen!!
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München
beantragt beim Freistaat
Bayern ein Förderprogramm für die Umrüstung
der Fahrzeugflotten der Kommunen
und Landkreise auf den Betrieb mit reinem Pflanzenöl
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Kostenfaktor Dieselkraftstoff /
Pflanzenöl
/ 0,75 €
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Für meine MB100 Freunde
Hier noch ein Gutachten für die Auflastung des MB100 auf
2810kg ohne Umbau.
Sehr gross (8MB) wegen der Qualität zum ausdrucken.
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